2011-08-14

Hallig Gröde Ressourcen

On Higher Ground

Und damit alles noch mal an einer Stelle ist, hier die Hallig Gröde Ressourcen im Überblick:

2011-07-10

Gröde Neun

Strenger Karfreitag

22. April

Neun Tage im neunten Jahr. Wenn das nicht zusammen passt. Entgegen den Befürchtungen, im Ostertrubel im Stau zu stehen, geht es flott nach Norden voran. Einzig der Versuch, hinter Hamburg bei Rendsburg eine Frühstückspause einzulegen, scheitert an den Öffnungszeiten des dortigen Fastfood Providers. Offensichtlich zählt hier Frühstücken zu den am Karfreitag untersagten Vergnügungen.

Am frühen Nachmittag sind wir schließlich auf Gröde. Schön, wieder mitten im Meer zu sein. Aber rechte Freude fällt schwer, ist doch vor ein paar Tagen Bahne verstorben, seine Abwesenheit hinterlässt eine schmerzliche Lücke in der Halliggemeinschaft.


Das Fest kann kommen

23. April

Ein fauler Samstag im sommerlichen April, keine Hektik, keine Termine, nur unterbrochen von den Neuankömmlingen am Nachmittag. So langsam trudeln die letzten Feriengäste und Einheimischen zum Osterfest auf der Hallig ein.

Nicht zu übersehen sind auch die alljährlich wiederkehrenden tierischen Gäste. Tausende Ringelgänse tummeln sich in den Salzwiesen, zum Abend hin findet sich wieder ein großer Trupp auf den Ringdeichen der Knuds- und Kirchwarft ein.

Und die Nacht ist trotz kräftigem Ostwind lau genug, um den Sternenhimmel fernab der Großstädte zu genießen.


Ostersonnentag

24. April

Ganz perfekt präsentiert sich der Ostersonntag, wolkenloser Himmel und 14 Stunden, 42 Minuten und 3 Sekunden Sonnenschein.

Am Vormittag startet der gemeinsame Osterumzug. Von Haus zu Haus in nicht unmittelbar systematischer Reihenfolge, sodass auch bei den Einheimischen noch die eine oder andere Nachfrage auftaucht.

Zwölf Kinder - die älteren nach reiflicher Überlegung, "bin ich nicht schon zu alt zum Ostereier suchen?" - durchkämmen die Gärten, die Erwachsenen wenden sich erwachseneren Genüssen zu.

Zwei Hunde wenden sich völlig ungeniert noch ganz anderen Vergnügungen zu, bleiben dann aber länger als erwartet aneinander hängen - autsch!

Ein Osterfeuer am Nachmittag lockt zu einem Bierchen in geselliger Runde an die „Schleuse“ und nach einem Abendspaziergang lässt es sich die Halligsonne nicht nehmen, nicht nur als roter Feuerball unterzugehen, sondern auch ein wenig Farbenpracht an den Horizont zu zaubern.


Mehr Sonne

25. April

Genau genommen 4 Minuten und 11 Sekunden.

Ein mehr auch bei den Vögeln, oder zumindest scheinen sich die Schwärme der Ringelgänse vermehrt zu haben. Und auch dieses Jahr sind sie wieder ein gutes Stück zutraulicher geworden. Einigen besonders mutigen Exemplaren auf dem Ringdeich um die Knudswarft kann man sich auf unter 10 m nähern.

Noch mehr Farbenpracht beim Sonnenuntergang darf dann natürlich auch nicht fehlen. Das mehr an Sonne macht sich abends durch erste Ausfallerscheinungen in der Familie bemerkbar - leichter Sonnenstich - und das im April an der Nordsee!

Später lockt wieder eine laue und fast windstille Nacht zum Sterne gucken und fotografieren. Bei guter Fernsicht ist aber selbst hier „draußen“ die Lichtverschmutzung nicht zu übersehen, insbesondere Föhr strahlt in den Nachthimmel.


Kein langer Tag

26. April

Zumindest für uns. Ansonsten bestünde mit Hochwasser am Morgen und Abend die Möglichkeit zum Landgang, aber bei nur ein paar Tagen Gröde ist der Bedarf zum Einkaufen oder an Ausflügen nicht so groß.

Stattdessen raus zum Sonnenaufgang auf den Ringdeich, Blick und Kamera gen Osten. Und da sind doch tatsächlich seit Tagen die ersten Wolken zu sehen, die dann sogar etwas später die Sonne verfinstern. Aber nur kurz, sonst wieder eitel Sonnenschein von früh bis spät bei etwas kühlem Wind.

Der Nachmittag gehört der Bernsteinsuche auf Appelland, der Autor macht es sich aber lieber im Süden gemütlich und dokumentiert den Gang der Gezeiten. Anfangs recht gemächlich, dann ziemlich flott steigt der Pegel und die Steinlahnungen gehen etwa drei Stunden nach Niedrigwasserzeit wieder unter.


Halligtag

27. April

Am Vormittag gibt es doch glatt ein paar Tropfen Regen. Nichts, was den Nordsee-Erfahrenen wirklich schrecken könnte, aber die traditionelle Kaffeetafel bei Claudia wird vom Vorgarten nach innen verlagert.

Und so ist es ein typisch leicht melancholischer Halligtag, mit jener so schwer beschreibbaren Stimmung am Meer, die einen Aufenthalt hier so besonders macht.

Der Sonnenuntergang schließt sich an, keine kitschige Farbenpracht am Horizont, unprätentiös verschwindet unser Zentralgestirn hinter einer Wolkenschicht.


Erste Abschiede

28. April

Die Hallig-typische Stimmung setzt sich am nächsten Tag fort, so richtig will der Sommer im Frühjahr nicht wieder aufdrehen. Und mit einem kräftigen Ostwind wird es sogar eher kalt, Zeit für die Outdoor-Jacke.

Mittags finden sich dann die ersten Rückkehrer unter den Osterbesuchern und Feriengästen am Westanleger ein. Auch Moni, mit der es gestern ein freudiges, unverhofftes Wiedersehen gab, ist wieder mit den Kindern auf dem Weg zum Festland.

Eine fotografische Expedition in die Halligschule nach dem Ablegen der Rungholt liefert Eindrücke aus vielen Jahren Schulleben. Ohne Schüler, denn auch hier sind im Moment Osterferien. Es ist das letzte Jahr der Zwergschule, die beiden Schulkinder ziehen im Sommer von Gröde weg. Auch im Halligidyll gibt es Veränderung.

Und am Nachmittag steht wieder ein Kaffeeklatsch auf dem Programm, gemütlich im Windschatten bei Monika, Volker und Frieda im Garten.

Ebbe hat sich mittlerweile auf den späten Nachmittag verschoben, trotz kaltem Wind ist es wunderbar, an der Steinkante zu sitzen, dem langsam auflaufenden Meer und den Vögeln zuzuschauen. Die elegantesten der Flieger: zweifelsfrei die Küstenseeschwalben.


Letzter Ferientag

29. April

Wieder kalter Ostwind, aber dazu der perfekte Sonnenschein und die Tageslänge knackt heute die 15-Stundenmarke.

Erneut Abschiede zur späten Mittagszeit am Westanleger, die Ferien gehen zu Ende, unsere Feriennachbarn machen sich auf den Rückweg nach Aachen.

Danach zieht es uns zur Flut an die Steinkante. Wunderbar, den sich an den Steinlahnungen brechenden Wellen zuzuschauen. Und natürlich den Vögeln, auf einmal kommt ein Weißstorch übers Meer herangeflogen, zusammen mit einem Austernfischer-Begleitgeschwader! Wie passend, sind letztere doch die „Halligstörche“. Aber ein Weißstorch ist ein eher seltener Anblick.

Nachmittags mit dem ablaufenden Wasser noch eine kleine Tour zu den Steinlahnungen im Süden und Westen, gerade auf halbem Weg zwischen Hoch- und Niedrigwasser faszinieren die „Finger“ der Hallig ins Meer als fotografische Serie.

Abends geht die Sonne gleißend am Horizont unter und eine klare Nacht beginnt. Der Himmel ist wesentlich klarer als am Ostermontag, die Lichtverschmutzung macht sich entsprechend etwas weniger bemerkbar und so entsteht ein weiterer „Star Trail“ mit dem Herkules im Osten über der Knudswarft.


Rückreise

30. April

Einigermaßen früh geht es aus den Federn, denn noch ist nicht ganz klar, wann wir hier von der Rungholt abgeholt werden. Auch wenn man ansonsten hier gerne sehr pünktlich ist, mit dem Schiffsverkehr ist das so eine Sache.

Um zwei Uhr legen wir dann ab, ein letzter Gruß und dann verschwindet Hallig Gröde wieder als Streifen am Horizont mit der charakteristischen Silhouette der Häuser.


Jetzt suchen sie vergebens ihren Freund. Zwar ist er auf seiner Hallig geblieben, aber aus dem Hause hat man ihn hinausgetragen; die grüne Rasendecke liegt schützend über ihm. Er hat es gewagt, sich hier zur Ruhe zu begeben; wohl wissend, daß der Sturm die Flut zu seinem Grabe treiben, daß die Flut es aufwühlen und ihn in seinem schmalen Ruhebette auf das weite Meer hinaustragen könne. Aber wie hätte er jene großen Mächte fürchten sollen, in deren Schutz er sich so gern gesichert glaubte!

Theodor Storm, Ein Halligfahrt

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Ostern auf Hallig Gröde 2010

Kirchwarft Ditch #1
Kirchwarft Ditch #1

Sommerzeit

28.3.

Der achte Ausflug nach Hallig Gröde startet wie gewohnt sonntags am frühen Morgen. Was allerdings eher als Nacht zu interpretieren ist, da diesmal die leidige Umstellung auf die Sommerzeit noch eine Stunde weniger Schlaf bedeutet.

Ihrem Namen wird die Zeitumstellung sowieso nicht gerecht, bei kühlen Temperaturen und stärker werdendem Regen geht es von Köln nach Nordfriesland. Schlüttsiel, den kleinen Fährhafen als Tor zu den Halligen, erreichen wir ausnahmsweise nicht viel zu früh, sondern genau in der Zeit, um mit Reiners Schiff überzusetzen. Zwar ist es mittlerweile wieder trocken, aber eine „steife Brise“ macht die Überfahrt zu einer Stunde verschärfter Schaukelei.

Bewölkt, kühl, windig und damit gefühlt ziemlich eisig ist es auf Hallig Gröde, aber die ersten Lämmer und vor allem die Ringelgänse auf den Salzwiesen sind deutliche Zeichen des Frühlings, der ansonsten hier noch nicht ganz erwacht ist.

Nachmittags kommt mit der Ebbe, durch den starken Wind trotzdem noch relativ hohem Wasserstand, die Sonne durch und liefert mit weitgehend wolkenfreiem Himmel einen wunderbaren Abend für einen Spaziergang über die Hallig. Und als die Sonnenscheibe Gröde-typisch hinter den Silhouetten der Warften auf Langeneß versinkt, war es ein richtig schöner erster Tag auf Gröde.

Aber kalt.

At the Edge - Repair Works #1
At the Edge - Repair Works #1

Ringelgänse und Lämmer

29.3.

Tags drauf hat sich der Wind gelegt, aber trotzdem ist es kalt, neben einer warmen Jacke sind Handschuhe und Mütze nicht zu viel. Kein Wunder, dass sich zur Mittagszeit nur ganze elf Tagestouristen mit der Hauke Haien auf das Eiland verirren.

Nachmittags kann man wieder in vollen Zügen die Sonne genießen, entweder wie unsere Nachbarn den Strandkorb in Betrieb nehmen oder wie wir bei einem Rundgang den Schwärmen von Ringelgänsen zuschauen, die über die Hallig ziehen.

Entsprechend wenig frisches Grün sieht man auf den Salzwiesen, denn die Ringelgänse sorgen dafür, dass jeder schmackhafte Grashalm garantiert ganz kurz gehalten wird. Zwischen drin nehmen sich die Gänse gerne etwas Freizeit vom Fressstress auf der Steinkante bei den Austernfischern oder einem Bad im Meer.

Die neugeborenen Lämmer sind natürlich eine niedliche Attraktion, wenn sie sich teils unbeholfen und ängstlich, teils schelmisch und neugierig vor und in der Mommsen’schen Scheune tummeln.

Mit passender Niedrigwasserzeit kann man wunderbar in der hereinbrechenden Nacht auf der Sandbank und entlang der Steinkante im Mondlicht herum laufen. Heute Nacht ist Vollmond.

Scrubs #1
Scrubs #1

Same Procedure

30.3.

Sechs Uhr, Zeit für einen Blick aus dem Fenster auf den untergehenden Vollmond, der leider nur als verwaschener Fleck hinter der leichten Bewölkung zu sehen ist. Auch sonst sieht das Morgengrauen nicht so verlockend aus, dass sich ein Tausch mit dem warmen Bett lohnen würde.

Gleiche Prozedur beim Wetter wie gestern und vorgestern, vormittags bewölkt, sogar etwas Regen, nachmittags Sonnenschein.

Nach einem Klönschnack zum Kaffee bei Monika drehen wir eine abendliche Runde über Appelland, nicht ohne vorher den Lämmern in der Scheune einen Besuch abzustatten. Besonders zwei tapsige Lämmchen, Geschwister aus einer Drillingsgeburt, haben es uns angetan. Da die beiden von ihrer Schafmutter nicht angenommen wurden, müssen sie mühsam hochgepäppelt werden.

Der Abend gestaltet sich etwas verhangen und düster, sodass sich trotz passender Niedrigwasserzeit keine Tour auf die Sandbank anbietet. Eine gute Wahl, den später regnet es noch heftig, das wäre patschnass geworden.

Brent Geese over Kirchwarft #1
Brent Geese over Kirchwarft #1

Sonniger Mittwoch

31.3.

Auch am nächsten Morgen zeigt sich der Fast-noch-Vollmond beim Untergang nur fahl durch den Dunst am Horizont und ist irgendwann gar nicht mehr auszumachen.

Trotz aller schlechten Prognosen wird der Mittwoch ein wunderbar sonniger Tag, bei kräftigem Wind allerdings immer noch ziemlich eisig, im Strandkorb braucht man eine Decke.

Bei Niedrigwasser am Vormittag geht es natürlich raus auf die Sandbank, die ist aber nur kurz begehbar und auf dem Rückweg muss ich mich wirklich beeilen, um noch trockenen Fußes die Steinkante zu erreichen. Durch den starken Wind kommt das Wasser viel schneller zurück als erwartet, 20 Minuten nach Niedrigwasser geht die Sandbank schon wieder „landunter“.

Der Nachmittag gehört einer gemütlichen Kaffeetafel bei Claudia und bei einem abendlichen Spaziergang zeigt sich noch mal eindrucksvoll, welche Massen von Ringelgänsen mittlerweile die Hallig bevölkern. Von Tag zu Tag werden es jetzt mehr.

Brent Geese #9
Brent Geese #9

April, April

1.4.

Schneeregen prasselt am Morgen des Gründonnerstags von Südwesten gegen die Fensterscheiben. So wird zumindest der April seinem Ruf als launischer Monat gerecht, etwas freundlicher hätte er aber schon beginnen können.

Erst als es mittags wieder trocken wird, wagen wir einen Schritt vor die Tür. Mit kräftigem Wind, pittoresken Wolkenformationen und viel Sonne wird es dann noch ein richtig Nordsee-typischer Tag.

Die Brecher im Süden mit auflaufender Flut beeindrucken nicht nur den Fotografen, sondern auch die Austernfischer und Ringelgänse, die sich dort direkt hinter der Uferbefestigung niedergelassen haben.

Mittlerweile sind auch die ersten Ringelganstrupps auf den Ringdeichen zu sehen, allerdings noch recht scheu. Eine einzelne Gans vor der Kirchwarft ist eine Ausnahme, aber wahrscheinlich ein kranker Vogel.

Barbed Wire
Barbed Wire

Frühlingsgefühle

2.4.

Angekündigt und tatsächlich ein wunderbarer Frühlingstag wird der Karfreitag. Nach einem spätvormittäglichen Ausflug ins Watt und auf die Sandbank, ein paar neuen Erdlingen unter den Schafen in der Scheune, einfach nur ein gemütlicher Nachmittag in der Sonne bei einer Tasse Kaffee im Strandkorb. Mit Decke natürlich, denn die Temperaturen … aber das hatten wir ja schon.

Abends lässt es sich die Sonne nicht nehmen, den Tag mit einem adäquaten Sonnenuntergang zu verabschieden.

Dark Clouds over Kirchwarft Panorama
Dark Clouds over Kirchwarft Panorama

Morgendämmerung

3.4.

Endlich einmal sieht der Morgenhimmel verlockend genug aus, um sich kurz nach sechs aus dem Bett zu quälen. In Richtung Osten mit Blick auf Hallig Habel zeigt sich der farbenprächtige Morgenhimmel und etwas später kommt dann genau hinter Habel die Sonnenscheibe über den Horizont.

Mittags Regen, am Nachmittag Sonnenschein … auch das kommt bekannt vor. Am Abend stellt sich mit etwas düsterem Horizont jene melancholische Halligstimmung ein, die so viel charakteristischer als der schönste blaue Himmel ist. Ein wenig später wird es sogar regelrecht bedrohlich düster, aber der Südostwind bläst schiebt die Dunkelwolken wieder weg, kein kleines Unwetter.

The Great Easter Hunt #8
The Great Easter Hunt #8

Der Osterhase kommt

4.4.

Und fast hätte er nasse Füße bekommen. Aber scheinbar sind seine Beziehungen nach „oben“ so gut, dass es nicht mehr regnet, als sich um halb elf die Hallig versammelt. Schon erstaunlich, wo sich die über 40 Menschen vorher versteckt haben. Ganze sechs Kinder sind es aber nur, die tatsächlich Ostereier suchen. Die ganzen Jugendlichen können sich nicht so recht entscheiden, ob sie den „Kleinen“ beim Suchen helfen oder nur cool daneben stehen sollen.

So zieht die ganze Horde von der Knudswarft zur Kirchwarft und wieder zurück, kleiner Umtrunk an jedem Haus inklusive. Nach dem gerechten Aufteilen der Beute im Schuppen ist der Spuk vorbei, zurück in den Häusern und Ferienwohnungen.

Am frühen Nachmittag kommen mehrere Ausflugsschiffe mit Tagestouristen, die trotz jetzt recht viel Sonne mit einem zünftigen Regenschauer begrüßt werden.

Später wird es richtig sonnig und warm, wenig Wind, das erste Mal, dass es mit Jacke zu warm ist.

Breakwater View #2
Breakwater View #2

Letzter Tag

5.4.

Am Ostermontag ist alles vorbei. Nun gut, erst am späten Nachmittag holt uns die Rungholt ab, sodass noch genügend Zeit bleibt, die Weite des Flecken Lands auf dem Meer zu genießen und etwas Salzluft zu tanken, ein kleines Reservoir bis zum nächsten Jahr.

Sheep on Lookout
Sheep on Lookout

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2009-08-16

Gröde 2009 - Ende der Ferien

Retirement

Diesig ist der letzte Morgen, die Sonne scheint milchig trübe durch den Dunst und die Warften auf Langeneß sind nur schemenhaft am Horizont auszumachen. Der kräftige Südwestwind bemüht sich redlich, den Dunst beiseite zu schieben, aber es bleibt die melancholisch vorherbstliche Stimmung der Halliglandschaft.

Bis zum nächsten Jahr.

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2009-08-15

Gröde 2009 - Lämmertransport, ein letzter Ferientag

Master of Sh(i|ee)p

Und so geht es am Donnerstag weiter, erst am späten Nachmittag ist wieder etwas „Action“ auf der Hallig angesagt, der Abtransport der diesjährigen Lämmer zum Festland.

Vielleicht ist der 13. als Tag ganz passend, wenn über 50 „süße Wollknäuel“ ihre letzte Reise antreten, um wenig später als Lammbraten zu enden. Die Verladung auf das Achterdeck der Seeadler gestaltet sich am Westanleger wegen Wind und Wellen etwas abenteuerlich, aber letztlich sind alle, Mensch und Schaf, wohlbehalten an Bord.

Der Freitag, unser letzter kompletter Ferientag auf Gröde, will da natürlich auch nicht zurückstehen und bietet noch einmal feinstes Nordseewetter, weiße Wölkchen am blauen Himmel bei leichtem Wind. Also Zeit für ausgedehnte Spaziergänge am Meer, um den Schiffen und Segelbooten, den Austernfischern und einem dagebliebenen Paar Ringelgänse einfach nur zuzuschauen.

2009-08-13

Gröde 2009 - Zu Fuß nach Schlüttsiel, im Globus, Wolkenlandschaften

Strange Plant

Am Montag haben wir es – schon länger geplant – den Wattwanderern gleichgetan, in umgekehrter Richtung. Mit dem Trecker-Taxi raus nach Appelland, einigermaßen mühsam durch den weichen Schlick im Vorfeld der Lahnungen raus aufs Watt und dann zum Festland. Das ist mit viel Trödelei in zwei Stunden gut geschafft, sodass wir mittags wieder mit der Rungholt nach Gröde zurück können.

Draußen im Watt ergibt sich von der Festlandseite eine schöne Sicht auf Gröde und Habel, ganz anders und viel größer wirken die Inselchen bei Niedrigwasser. Und wie draußen auf der Sandbank macht es eine Menge Spaß, mitten „im Meer“ herumzulaufen.

Nass beginnt der zweite lange Tag und fast wären wir versucht bei prasselndem Regen am Fenster im Bett zu bleiben. Aber nach wechselnden, teils heftigen Schauern, ist es dann angekommen in Schleswig ein sehr freundlicher Tag.

Erstes Ziel ist der begehbare Globus im Landesmuseum Schloss Gottorf, ein Nachbau des Originals aus dem 17. Jahrhundert. Die imposante Erdkugel hat etwas über 3 m Durchmesser und erfüllt eine doppelte Funktion: das Äußere als Darstellung der Erde auf dem Stand der Zeit, das Innere als Darstellung des Sternenhimmels, quasi ein kleines Planetarium. Ursprünglich angetrieben durch Wasserkraft, mittlerweile elektrisch, sieht man außen die Rotation der Erde, innen wie die Sternbilder im Verlauf des Tages über den Himmel wandern.

Interessante Details der damaligen Weltsicht: der Nullmeridian geht noch durch Paris, Kalifornien ist eine Insel und in Deutschland findet man Trier, aber nicht Köln!

Der schmucke Barockgarten, in dem sich das Globushaus befindet, ist ebenfalls ein „Nachbau“, die ursprüngliche Anlage hat die Zeit nicht überdauert. Ansonsten hat Schloss Gottorf einiges zu bieten, insbesondere moderne Kunst ist in den Ausstellungsräumen und verteilt im Gelände zu sehen.

Ganz Nordsee-typisch ist der folgende Tag, pittoreske Wolkenformationen fegen bei Sonne, blauem Himmel und Westwind über die Hallig und auch ein kräftiger Regenschauer darf nicht fehlen. Zeit für weitere Panoramen und die Jagd nach dem Foto der ultimativen Wolkenlandschaft.

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2009-08-09

Gröde 2009 - Immer noch Sommer, Paul, Wattwanderer

Thru the Mudflats

Der geneigte Leser wird vermuten, dass es auch am nächsten Tag so weitergeht. Ja, wieder Sommer, Sonne, Sandbank.

Insofern ist es Tags drauf fast schon willkommen, dass der Tag mal grau in grau startet. Eine Touristenhorde zur Mittagszeit hat das besondere Pech, auch noch Regen als besondere Zugabe des Gröde-Aufenthalts zu bekommen. Und so sieht man tatsächlich Leute mit Regenschirm über die Warft ziehen, was in all den Jahren auch noch nicht vorgekommen ist.

Kleine Attraktion am Rande ist Paul(chen), das gar nicht mehr kleine hochgepäppelte Brandenten-Küken-Waise. Wahrscheinlich die meist fotografierte Brandente in ganz Nordfriesland, die beim abendlichen Klönschnack vorm Postamt wie selbstverständlich mit dabei liegt und weder vor großen Hunden noch Kameras in 5 cm Abstand irgendwelchen Respekt zeigt. Wobei zu klären wäre, ob nun Paul oder Pauline.

Wunderbar ruhig und grau in grau könnte auch der nächste Tag laufen. Das wird allerdings nichts, denn zur Mittagszeit kommen zwei große Gruppen mit Wattwanderern, insgesamt über 100 Leute, vom Festland her nach Gröde, um nach Kaffee und Kuchen mit dem Schiff zurück nach Schlüttsiel zu fahren. Zusammen mit den normalen Tagestouristen herrscht Trubel auf der Knudswarft.

Interessant bei der Ankunft des Trecks auf Appelland ist, dass man schon lange leises menschliches Stimmengewirr übers Watt hören kann, bevor die Wattwanderer in Sicht kommen. Ankunft standesgemäß mit leichtem Regen, und tatsächlich war auch jemand mit Regenschirm im Watt unterwegs.

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2009-08-06

Gröde 2009 - Sommer, Sonne, Mondfinsternis

Weiterhin Sommer, Sonne, Meer. Wieder bestes Badewetter. Und wieder – aber nur zwei – Ausflugsschiffe mit Tagestouristen. Der Abend und die blaue Stunde gehören wie gestern der Sandbank. Im Norden also nichts Neues.

In der Nacht klingelt mehrfach der Wecker, folgt doch zwei Wochen später auf eine Sonnenfinsternis eine Mondfinsternis. Leider in der Minimalvariante, als Halbschattenfinsternis und dann auch nur partiell, der Mond befindet sich zum Maximum gerade mal 40 % im Halbschatten der Erde. Mit bloßem Auge oder durch den Sucher ist auch bei Maximum um 2:39 Uhr kein Helligkeitsunterschied zum unverfinsterten Vollmond auszumachen. Erst der direkte Vergleich der sorgsam in Weißabgleich und Helligkeit angeglichenen Fotos zeigt, dass der südliche Teil des Mondes rund um Tycho tatsächlich etwas dunkler geworden ist.

Siehe http://eclipse.gsfc.nasa.gov/LEplot/LEplot2001/LE2009Aug06N.pdf

Faulenzen ist am nächsten Tag angesagt, nachts alle anderthalb Stunden aufzustehen ist schließlich nicht unbedingt Erholungsurlaub. Sommer, Sonne, blauer Himmel, Baden in der Nordsee, hatten wir das schon?

Richtige Aktivitäten entfalten wir dann erst wieder am Abend, natürlich raus auf die Sandbank, ist es doch des beste Teil des Gröde-Urlaubs, bei geeigneten Niedrigwasserzeiten und Wasserständen nach Sonnenuntergang draußen im Watt zu sein.

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2009-08-05

Gröde 2009 - Grau in grau, weiß und blau, doch noch ein Badetag

Mudflat

Grau in grau der nächste Tag. Genau genommen nicht ganz grau, leichte Variationen im mittelgrau in Richtung eines etwas-heller-aprikot-grau lassen Hoffnung keimen, nur um dann doch wieder in etwas-dunkler-es-regnet-grau zu enden. Zeit zum Lesen und Bilder am Laptop sortieren.

Bei Niedrigwasser Hochbetrieb im Watt, Bernstein-suchende Feriengäste aus Haus 1 treffen auf Wurm-ausgrabende Feriengäste aus Haus 2. Und andere Feriengäste aus Haus 1 gestalten den Ringdeich um die Knudswarft mit Rasenmäher und Schriftzug „Hallig Gröde“, die Ufos können kommen.

Etwas Sonne zeigt sich zum Abend in einer Wolkenlücke und schließlich endet der Tag mit einem fulminanten, feuerroten Abendhimmel, was ein wenig mit dem grauen Tag versöhnt.

Die nächste Woche beginnt wieder im Morgengrauen, allerdings stellt sich die Frage, ob der Verfasser angesichts der Blessuren an Knie und Ausrüstung wirklich schlaftrunken um fünf Uhr über die Hallig stapfen sollte.

Während des gesamt restlichen Tages gibt es den perfekten fotogenen Mix aus blauem Himmel, Wolken und Sonnenschein. Über die Hallig verteilt entstehen eine Reihe von weiteren 360°-Panoramen. Zur Mittagszeit reger Besucherverkehr, Hochwasser um 13 Uhr lockt vier Ausflugsschiffe an.

Muss man noch erwähnen, dass der Abend natürlich wieder mit einem dieser inflationär kitschigen Sonnenuntergänge endet? Am besten eingenommen mit einer Buddel Flens in gemütlicher Runde vorm Bürgermeisteramt.

Fortsetzung folgt am nächsten Tag, Sonne pur am strahlend blauen Himmel, Massen von Tagestouristen, sogar die Adler-Express legt an der Westbrücke an, so voll haben wir es auf unserem Inselchen noch nie vorgefunden. Und wer die kalte Nordsee nicht scheut, kann mittags bei Flut an der Badestelle ein paar Runden drehen, die Strömung ist allerdings nicht ganz ohne.

Am Abend fällt wieder die Sandbank bei Niedrigwasser trocken, völlige Windstille und tiefer Wasserstand ermöglichen es, bis eine Stunde nach Niedrigwasser zum Sonnenuntergang im Watt zu bleiben. Das Farbenspiel am und im Wasser begeistert und muss natürlich fotografisch festgehalten werden, ein tief sitzender Reflex sozusagen.

2009-08-01

Gröde 2009 - Sturm, ein letzter Juli- und kein Badetag

Clouds

Eine „steife Brise“ weht schon am Morgen über die Hallig, ja die ganze Nordsee. Windstärke 9 ist angesagt. Wolken, Regen, Sonnenschein jagen einander in rascher Folge und wenn man nicht aufpasst, kann man heute so richtig patschnass werden.

Der spätere Nachmittag bringt Besuch von der Hauke Haien, die eine Gruppe Tagestouristen gerade rechtzeitig zum Ende eines Regenschauers am Westanleger absetzt. Die Rungholt ist heute gar nicht unterwegs, ab Windstärke 7 wird es für das kleine Schiff vor Gröde schwierig und so ist auch der für heute avisierte Ausflug nach Amrum ausgefallen.

Nach heftigem Regen in der Nacht wird der letzte Tag im Juli dem Sommermonat wieder gerecht, Sonnenschein und Schönwetterwolken bis Sonnenuntergang. Der Wind hat sich gelegt, aber das Meer zeigt immer noch kleine Schaumkronen, sodass die Rungholt mit den Ausflüglern zur Mittagszeit diesmal am Ostanleger festmacht.

Ein wunderbarer Tag, um am Meer zu sitzen und die Austernfischer bei ihrem geschäftigen Treiben im Watt zu beobachten. Oder um nach genug fotografierten Vögeln und lila Farbtupfern einfach in der Sonne zu liegen.

Zum Start in den August zeigt sich eine wunderbare Morgendämmerung über dem „Tief“, dem großen Baggerloch östlich der Knudswarft. Klar, dass das und der Halligflieder im sanften Morgenlicht fotografisch festgehalten werden muss.

Mit dem im Wetterbericht versprochenen Badewetter ist es allerdings im Laufe des Tages nicht weit her. Okay, zumindest am Nachmittag scheint die Sonne durchgehend, aber richtig warm ist es nur im Pullover. Sommerfrische mit Betonung auf Frische.